Kontakt
CT Untersuchung

Mit der Computertomografie läßt sich praktisch jeder Abschnitt des menschlichen Körpers untersuchen.

Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmark):

Die ersten Computertomografen waren nur für die Untersuchung des Kopfes gebaut bis später die sog. Ganzkörper-Tomografen auf den Markt kamen.
Die Darstellung des menschlichen
Gehirns war ein entscheidender Fortschritt in der Diagnostik, da die konventionelle Röntgendiagnostik nur indirekte und invasive Verfahren kannte, Hinweise auf krankhafte Prozesse im Gehirn zu finden.

Die Dicke des menschlichen Schädels und die relativ geringe Dichtevarianz des Gehirns erfordert eine hohe Strahlendosis, so daß auch heute noch die Gehirn-CT’s praktisch die höchste Strahlenbelastung innerhalb der CT-Diagnostik verursachen.

Der höhere Gewebekontrast und die multimodale Darstellbarkeit von Geweben mittels MRT hat die CT in der Gehirn-Diagnostik zunehmend verdrängt, nach wie vor spielt sie jedoch in Notfall- und Unfallsituationen eine große Rolle und bei Patienten, die nicht für eine Kerspintomgrafie geeignet sind (s. dort).

Schädelbasis und Nasennebenhöhlen:

Dies ist weiterhin eine Domäne der CT. Die immer höhere Auflösung und immer geringere effektive Schichtdicke ermöglicht heutzutage hervorragende Bilder des Knochens und der lufthaltigen Räume am Schädel. Durch den hohen Dichtekontrast zwischen Luft und Knochen sind auch wesentlich geringere Dosen (weniger als ein Zehntel) im Vergleich zu Gehirn-Untersuchungen notwendig.

Spezielle Software-Tools erlauben an modernen Geräten die dreidimensionale Darstellung der kleinen knöchernen Strukturen im Mittel- und Innenohr oder den virtuellen “Flug” durch die lufthaltigen Räume.

Zähne

Eine besondere Spezifikation ist die sogenannte Dental-CT: Hierbei wird durch spezielle Rechentechniken der normalerweise runde Kiefer virtuell aufgeklappt und plan dargestellt. An dieser Schicht wiederum werden in dünnen Abständen kleine Schnitte senkrecht zum Kiefer erstellt, wodurch die Verhältnisse der Zahnwurzeln zum umgebenden Knochen und den Nervenkanälen exzellent beurteilbar sind Die “Life-Size”-Darstellung, also Fotografie in Originalgröße, hilft dem Zaharzt bei der Planung von Eingriffen oder Implantaten. Einige Zahnarztpraxen verfügen über Software-Tools, mit deren Hilfe sie den Datensatz einer CT einlesen können und daraus eine dreidimensionale Plastik für die Implantatplanung herstellen.

Dieses sehr aufwendige Verfahren ist heute ebenso wie der Zahnersatz keine Grundleistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

 

Hals

Lange Zeit schien es, als sei mit der Einführung der MRT die Untersuchung der Halsweichteile obsolet. Erst mit der Einführung der Mehrschicht-CT und der damit verbundenen dreidimensionalen und multiplanaren Darstellung erlebt das Hals-CT wieder eine Renaissance. Besonderen Wert hat die Untersuchung bei der Diagnostik von Lymphknoten oder Tumoren des Mundbodens oder der Halsweichteile. Scanner wie der unsere erlauben auch exzellente Darstellungen der hirnversorgenden Arterien am Hals.

 

Brustraum

Die Diagnostik von Lunge und Mittelfell ist und bleibt eine Domäne der CT. Unser Scanner erlaubt die Detektion von Rundherden in der Lunge ab einer Größe von 0,5 mm. Ebenso hervorragend sind feinstrukturelle Veränderungen der Lunge nachweisbar, wie Entzündungen, Fibrosen oder Gewebeschäden z.B. im Rahmen einer “Raucherlunge”.

 

 

Speziell für Vorsorge- oder Screening- Zwecke wurden sog. Niedrigdosis- Protokolle entwickelt, die ein komplettes CT der Lunge mit der Strahlendosis eines konventionellen Röntgenbildes erlauben. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ein Röntgenbild ist immer ein Summationsbild, bei dem kleine Herde oder Herde in ungünstiger Lokalisation (wie z.B. hinter dem Herzen) unsichtbar bleiben. Eine CT kann diese zweifelsfrei identifizieren.

Besondere Bedeutung hat die CT auch in der Untersuchung der Lungengefäße, z.B. bei der Diagnostik einer sog. Lungenembolie, bei der Thromben durch das Herz in die Lungenarterien geschleudert werden und dort zu lebensbedrohlichen Zuständen führen. Die hohe Auflösung der Mehrschicht-CT bis weit in die Peripherie der Lunge macht die konventionelle Katheterangiografie oder die mitunter unsichere Perfusions-Szintigrafie der Lungen überflüssig.

 

Herz

Viele Jahre galt das Herz als nicht untersuchbar im CT: die schnelle Bewegung des Organs verursachte bei einer Rotation von 1 Sekund pro Bild entsprechende Unschärfen.

Die Mehrschicht-Technologie verbunden mit schnellen Rotationszeiten ist bahnbrechend in diesem Bereich: bereits mit einer Konfiguration wie der unseren (10 Zeilen, 0,42s Rotation) ist eine ausgezeichnete Herzdarstellung möglich. Grundvoraussetzung ist dabei eine EKG-Triggerung, d.h. beim sogenannten retrospektiven Gating werden immer nur die Bilddaten einzelner Phasen des Herzzyklus aufgenommen, wodurch die Herzbewegung praktisch eingefroren ist.  Voraussetzung ist ein hinreichend rhythmische Herz, mitunter muß die Herzfrequenz medikamentös etwas gedrosselt werden um bewegungsfreie Bilder zu erhalten.

 

Damit ist nicht nur die Beurteilung der Herzkammern und der Herzwand möglich. Moderne Software-Tools ermöglichen die Darstellung der Herzkranzgefäße und damit die Detektion von Auflagerungen (sog. Plaques) an der Gefäßwand, die potenziell einen Herzinfarkt auslösen können. Genausogut können Verengungen der Herzkrangefäße oder die Durchgängigkeit von Implantaten (sog. Stents) beurteilt werden.

Ein nach wie vor etabliertes Screening-Verfahren ist das sog. Calzium-Scoring: Die Verkalkungen im Bereich der Herzkranzgefäße werden mit dieser Methode quantifiziert und nach dem Agatston-Score berechnet. Die Höhe dieses Wertes definiert das statistische Risiko einer koronaren Herzerkrankung.

Bauchraum

Die Untersuchung der Organe im Bauchraum ist eine etablierte und sichere Methode. Die  Mehrschicht-Technologie erlaubt immer dünnere Schichten und damit eine höhere Auflösung, die Darstellung von Organen in mehreren Ebenen oder dreidimensional oder die Untersuchung verschiedener Perfusionsphasen z.B. nach intravenöser Injektion eines Röntgenkontrastmittels.

Im folgenden möchten wir auf spezielle Verfahren aufmerksam machen:

Leber:

Die Diagnostik der Leber wurde mit den schnelleren Scannern immer weiter verbessert. Da mit einem 10-Zeiler die Darstellung der gesamten Leber in 1,5mm Schichtabständen nach 10 Sekunden abgeschlossen ist, lassen sich mehrere Perfusionsphasen nach Kontrastmittelinjektion erfassen, die nicht nur die Detektion sondern auch die differenzialdiagnostische Einordnung von Tumoren erleichtert. Spezielle Verfahren gestatten auch die Darstellung des Gallensystems in einem dreidimensionalen Bild.

 

 

Nieren:

Auch bei den Nieren spielt die Darstellung unterschiedlicher Perfusionsphasen eine wichtige Rolle. Ein Scan in der Ausseidungsphase erlaubt darüber hinaus ein sog. CT-Urogramm, das wesentlich detailliertere und genauere Bilder im Vergleich zu einem herkömmlichen Röntgenurogramm liefert.

Magen und Darm:

Lange Zeit galt der Verdauungstrakt als wenig effektiv untersuchbar im CT. Mit den schnelleren Geräten wurden die Bewegungsunschärfen durch die Darmperistaltik geringer, aber erst die Mehrschichtgeräte erlauben eine dreidimensionale Darstellung des Dünn- und Dickdarms mit einem Bildeindruck ähnlich der aufwendigen Röntgen-Kontrast-Verfahren. Nach wie vor ist es üblich, vor der Untersuchung ein Kontrastmittel zum Trinken zu geben, um das Innere des Darmes von der Darmwand besser abzugrenzen. Mehr und mehr geht man dazu über, den Darm mit Wasser aufzufüllen - dies läßt eine deutlich bessere Diagnostik der Darmwand selbst zu, auch in Hinblick auf zum Beispiel durch Kontrastmittel verstärkte Herde.
 

Ein inzwischen etabliertes Verfahren ist die virtuelle Endoskopie oder Koloskopie, auf die wir an anderer Stelle speziell eingehen.

Bauchgefäße:

Die Untersuchung der Arterien der Nieren, des Darmes oder der großen Bauchorgane ist mit der kontrastmittelverstärkten Mehrschicht-CT ein sicheres und exzellentes Verfahren. Die konventionelle diagnostische Katheterangiografie ist damit obsolet. Gefäßverengungen oder Verschlüsse werden genauso sicher erkannt, wie Anomalien oder sog. Shunts, d.h. Umgehungskreisläufe z.B. im Rahmen einer chronischen Lebererkrankung.

Extremitäten und Gelenke:

Die konventionelle CT der Gelenke schien bereits durch die MRT verdrängt, als die Mehrschicht-CT auf den Plan trat. Es ergaben sich plötzlich neue diagnostische Möglichkeiten, wie die extrem hochauflösenden multiplanaren Untersuchungen oder 3-D-Darstellungen. Mit letzteren lassen sich z.B. Gelenke virtuell exartikulieren, z.B. der Kopf des Hüftgelenkes aus der Pfanne entfernen um die Gelenkpfanne besser beurteilen zu können. Wenngleich Knorpel oder Menisken in der CT nicht so gut beurteilbar sind wie mit der MRT, so hat die CT doch eine wesentlich höhere Empfindlichkeit bei der Aufdeckung von Fremdkörpern in oder an Gelenken.

 

Wirbelsäule:

MRT und Mehrschicht-CT sind hier konkurrierende Verfahren. Aufgrund der fehlenden Strahlenexposition wird der MRT gerade bei jüngeren Patienten der Vorzug gegeben, die CT hat aufgrund ihrer schnellen Durchführbarkeit jedoch Vorteile bei ängstlichen und extrem schmerzgeplagten Patienten.

 

 

Ein wirksames therapeutische Verfahren mit Hilfe der CT ist die soganannte periradikuläre Therapie (PRT), auf die wir an anderer Stelle speziell eingehen.