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Digitale Radiografie

Die digitale Radiografie ist

  • strahlensparend
    Im Durchschnitt kommen Speicherfoliensysteme im Vergleich mit herkömmlichen Film-Folien-Kombinationen mit 2/3 der Dosis aus
  • schnell
    Das Auslesen einer Speicherfolie dauert maximal 20 Sekunden, das Entwickeln eines Röntgenfilmes 3 Minuten
  • sicher
    Fehlbelichtungen sind durch die digitale Nachbearbeitung nahezu ausgeschlossen, wird eine Folie dem Tageslicht ausgesetzt, kann sie problemlos weiterverwendet werden, ein Röntgenfilm wir unbrauchbar
  • umweltfreundlich
    Eine Speicherfolie kann bis zu 2000 mal belichtet werden, ein Röntgenfilm jeweils nur einmal. Es entfallen die Kosten für teure silberhaltige Röntgenfilme und die Entsorgung der giftigen Fotochemie.

 

Bis in die 70er Jahren betimmten noch konventionelle Röntgenanlagen das Bild. Das zu belichtende Medium bestand aus einer Kassette mit Verstärkerfolie und eingelegtem Röntgenfilm (sog. Film-Folien-Kombination). Diese Filme mußten in der Dunkelkammer entwickelt, fixiert und getrocknet werden. Auch wenn dieser Schritt später von automatischen Filmentwicklungsmaschinen übernommen wurde, so blieb das fotografische Prinzip des silberhaltigen Filmes lange bestehen.

Die Herausforderung für die Technik bestand also darin, zum einen leistungsfähigere Generatoren zu entwickeln, die eine schnelle Energiebereitstellung für die Röntgenröhre und damit weniger Strahlenbelastung für den Patienten ermöglichten, zum anderen in der Ablösung des teuren und in seiner Qualität instabilen Röntgenfilmes. Erste Versuche einer digitalen Bildgebung gab es bereits in den 80er Jahren, der endgültige Durchbruch der digitalen Radiografie gelang aber erst mit der Schaffung hochauflösender Foliensysteme, die den Röntgenfilm ohne Verlust an Qualität ersetzen konnten, eingebunden in moderne und schnelle Folienlesegeräte, deren Performance heutzuge auf modernster Computertechnologie basiert.

Die digitale Radiografie ist heute ein etabliertes und sicheres Verfahren. Die Einbindung in die Bild-Archivierungs- und Verteilungssysteme (PACS) der Kliniken und Praxen ermöglicht die Betrachtung der Bilder simultan an verschiedenen Arbeitsplätzen, den Versand der Bilder in andere Abteilungen oder andere Häuser ohne Zeitverlust und die jederzeitige aktuelle Reproduzierbarkeit.

Folgende Optionen der digitalen Radiografie stehen heute zur Verfügung:

1. Digitale Durchleuchtung:

Frühere Durchleuchtungssysteme dienten der Orientierung und Einstellung, die Bildqualität war für die Diagnostik nicht ausreichend.
Unser digitales Durchleuchtungssystem verfügt über einen 38cm Bildverstärker mit hochauflösendem Kamerasystem, was eine Bildmatrix von 1024 x 512 gestattet. Die zusätzliche Belichtung einer Kassette erübrigt sich, da die Bildqualität so hoch ist, dass man sie von einer herkömmlichen Film-Folien-Aufnahme nicht unterscheiden kann.
Besonders hilfreich ist diese Möglichkeit bei der Untersuchung von
unruhigen Kleinkindern, die nicht erst aufwendig fixiert werden müssen. Mit einer relativ geringen Strahlendosis kann so aus der Einstellungsdurchleuchtung heraus ein digitales Bild erstellt werden, das herkömmliche Aufnahmen an Qualität übertrifft, insbesondere da eine Fehleinstellung nahezu ausgeschlossen ist.

2. Speicherfoliensysteme:

Ähnlich der konventionellen Filmradiografie wird mit einem Folien-Kassettensystem gearbeitet, in dem jedoch kein zu belichtender Film, sondern eine Luminiszenzfolie liegt. Diese wird nach der Belichtung an einem speziellen Lesegerät ausgewertet und wieder gelöscht, steht danach erneut zur Untersuchung bereit. Derartige Speicherfoliensysteme bedürfen zwar immer noch des Zwischenschrittes der “Entwicklung” bzw Auslesung, sind gegenüber der Direktradiografie jedoch wesentlich preisgünstiger und können an bereits bestehende Röntgeneinheiten problemlos gekoppelt werden.
Der Auslesevorgang dauert maximal 20 Sekunden (im Gegensatz zu 3 min Entwicklungszeit bei Röntgenfilmen).
Entscheidender Vorteil gegenüber der Filmradiografie ist die Wiederverwendbarkeit der Folie und der digitale Bild- bzw. Grauwerttransfer. Das menschliche Auge kann etwa 256 Graustufen unterscheiden, derartige Folien unterscheiden Millionen von Graustufen, so daß letztlich auch bei einer “Überbelichtung” (bei der dem menschlichen Auge der Film pechschwarz erscheint) oder einer “Unterbelichtung” (bei der nichts auf dem Film zu sehen ist) die digitale Technik noch Kontrast aus dem Datenmaterial herausholt. Es gibt so praktisch keine Fehlbelichtung mehr (wobei natürlich eine gewisse Mindestenergie zur Durchstrahlung des menschlichen Körpers ankommen muß). Einziger Risikofaktor ist lediglich der Mensch, der die Kassette oder den Patienten falsch positioniert.
Im Durchschnitt kommt die Speicherfolie im Vergleich zum Röntgenfilm
mit 2 Dritteln der Strahlendosis aus.

3. Digitale Direktradiografie:

Bei diesen Systemen ist die Speicherfolie in das Röntgengerät integriert oder zumindest mit der Auswerteeinheit fest (über Kabel) verbunden. Nach Belichten erscheint das Bild sofort auf dem Befundmonitor und kann bearbeitet oder verteilt werden.
Diese Systeme sind komfortabel und schnell, haben aber den Nachteil sehr hoher Anschaffungskosten und sind in bestehende Röntgenanlagen nicht integrierbar.

Bildbeispiele

Thorax p.a. Speicherfolie

Nasennebenhöhlen

Phlebografie, digitale Durchleuchtung 38er BV

Schulter

Colon (Dickdarm), digitale Durchleuchtung, 38er BV

Thorax a.p. aus digitaler Durchleuchtung

Hand

Dünndarm, digitale Durchleuchtung, 38er BV