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Welchen Nutzen hat eine Ganzkörper-MRT?
Die entscheidenden Essenz der Untersuchung ist die komplette Darstellung des gesamten Menschen - vom Kopf bis zu den Füßen - in einem einzigen Untersuchungsgang von 30 bis 40 Minuten Dauer. In der Regel werden drei bis vier verschiedene Wichtungen und/oder Ebenen erstellt. Wir bevorzugen je eine T1-Wichtung, eine T2-Wichtung, eine sensitive STIR (als Suchsequenz für Entzündungen etc.) und eine sagittale Komplettdarstellung der Wirbelsäule.
Der diagnostische Wert der Methode liegt im Screening: Grundsätzlich ist natürlich nicht die hohe Ortsauflösung am gesamten Körper möglich, wie mit dezidierten organ- oder gelenkbezogenen Untersuchungen. Viele Organe oder Organsysteme sind mit dieser Methode jedoch komplett beurteilbar:
Skelettsystem: Isolierte oder disseminierte krankhafte Veränderungen am Knochen sind optimal darstellbar: Die Methode etabliert sich insofern als Alternative zur strahlenintensiven Ganzkörper-Skelettszintigrafie z.B. bei der Suche nach Knochenmetastasen bösartiger Erkrankungen (Brust- oder Prostatakrebs).
Muskelsystem: Der Wert liegt vor allem in der kompletten Darstellung der gesamten Rumpf- und Extremitätenmuskulatur. Seitendifferenzen oder generalisierte Muskelerkrankungen sind damit hervorragend abklärbar
Lymphatisches System: Sämtliche Lymphknotenstationen des Körpers sind abgebildet und damit beurteillbar. Hauptindikationen liegen in der Abklärung von Lymphknotenmetastasen bösartiger Erkrankungen oder in Erkrankungen des lymphatischen Systems selbst (Malignes Lymphom, M. Hodgkin).
Brust- und Bauchorgane: Tumoren im Bauchraum außerhalb des Darmes, in den Organen des Oberbauches (Leber, Nieren) oder im Becken sind ab einer Größe von 5mm sicher nachweisbar. Die Beurteilung des Darmlumens selbst erfordert die an anderer Stelle beschriebene Kolonografie oder virtuelle Endoskopie. Einschränkungen gibt es bei der Lunge: da diese vorwiegend aus fibrösem Gewebe und Luft besteht, ist die Signalausbeute relativ gering (vgl. Wie funktioniert MRT). Größere Herde (ab 1cm) sind zwar unschwer erkennbar, kleine Strukturveränderungen bedürfen jedoch der CT-Diagnostik.
Gehirn und Rückenmark: In o.b. Technik ist das Zentralnervensystem komplett dargestellt. Gewisse Einschränkungen gibt es bezüglich kleinerer Herde z.B. im Bereich des inneren Gehörganges oder an den Hirnhäuten. Bei entsprechenden neurologischen Fragestellungen sollte immer eine gezielte Untersuchung des Gehirns oder Rückenmarks nachgeschaltet werden.
Wirbelsäule: Knöcherne Veränderungen sind wie gesagt unschwer erkennbar, desgleichen ist eine Bandscheibendiagnostik über die gesamte Wirbelsäule möglich.
Gelenke: Hier gibt es deutliche Einschränkungen,. letztlich kann die Ganzkörper-MRT nur grobe Veränderungen erfassen. Eine ausreichende Aussage z.B. über Knorpelveränderungen ist nicht möglich.
Gefäßsystem: Eine spezielle Option der Ganzkörper-MRT ist die Ganzkörper-MR-Angiografie, die eine Gesamtdarstellung der Arterien von Kopf bis Fuß erlaubt. Diese Untersuchung ist allerdings nur als zusätzliches Tool möglich und muß entsprechend vorbereitet werden (Kontrastmittel-Injektion etc.) Die Gesamtdauer der Ganzkörper-MRT würde sich damit auf über eine Stunde verlängern.
Herz: Die Herzdiagnostik erfordert spezielle Programme und eine EKG-Triggerung, im Rahmen der Ganzkörperdarstellung ist daher keine ausreichende Aussage möglich.
Zusammenfassend ist die Ganzkörper-MRT ein hervorragendes Instrument zur prophylaktischen Untersuchung, die natürlich (noch) nicht alle Fragestellungen ausreichend beantworten kann.
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