Knochendichtemessung (Osteodensitometrie)

Die Knochendichtemessung ist eine etablierte Methode in Deutschland und war zugleich eine häufig umstrittene Meßmethode. Dies liegt jedoch nicht an der Methode selbst, sondern zum einen an den Herstellern der Geräte, die mitunter unzutreffende Referenzwerte mitlieferten, und zum anderen an den Verunsicherungen der interpretierenden Ärzte, die mit den möglichen Fehlerquellen der Methode nicht vertraut waren

 

Meßmethode

Vorteile

Nachteile

Dualröntgen-
Absorptiometrie

(DXA)

Gebräuchlichste Methode,
Messung am Schenkelhals, an der Wirbelsäule oder Handgelenk,
internationale Standardisierung, kurze Meßdauer

Hohe Anschaffungskosten der Geräte
planare Messung, also Messung der Gesamtabsorption ohne Differenzierung zwischen spongiösem und kortikalem Knochen,
Hohe Fehlermöglichkeit durch die Weichteilgewebe
dadurch keine physikalische Dichtemessung

Quantitative Knochenultra-
sonometrie

Strahlenfreies Verfahren
Billige tragbare Geräte

Ungenaues Ultraschall-Verfahren mit hoher Fehlermöglichkeit
Geringe internationale Erfahrungen
Fehlen standardisierter Meßphantome

Quantitative
Computertomo-
grafie

(QCT)

Selektive echte Dichtemessung an Spongiosa und kortikalem Knochen
Hohe Genauigkeit
Komplett ausgeschalteter Weichteilfehler durch Messung im computertomografischen Schnittbild
Langjährige Erfahrung

Hohe Anschaffungskosten des CT (relativer Nachteil, da in der Regel Softwareoption eines bereits installierten Computertomografen)

 

 

 

 

 

 

 

 

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Stadieneinteilung der Osteoporose
(nach Wüster 1995):

Erhöhtes Osteoporoserisiko

Osteoporose ohne
Knochenbrüche

Osteoporose mit
Knochenbrüchen

Knochendichte im unteren Normbereich
Keine Beschwerden
Keine Knochenbrüche
 

Knochendichte im unteren Normbereich
Keine Beschwerden
Keine Knochenbrüche

 

Brüche
Schmerzen
Bewegungseinschränkungen

Minderung der Lebensqualität!

Therapie:
Hormone, Kalzium, Sonne, Bewegung

Therapie:
Hormone, Kalzium und Vitamin D
Fluoride oder Biphosphonate

Schmerzlinderung
Stützkorsett
Kalzium und Vitamin D
Hormone oder Biphosphonate

 

 

 

 

 

 

 

 

Meßwertinterpretation:

Die Meßwerte der Knochendichte wurden früher als prozentuale Abweichung vom Mittelwert eines altersentsprechenden Referenzkollektivs angegeben. Bei dem unterschiedlichen Ansatz der Methoden (planare Messung der DXA versus Messung im Volumen bei der CT) entstehen aber unterschiedliche Werte, so dass die Angabe von Prozentwerten heute international nicht mehr zulässig ist.

Ausschlaggebend sind derzeit 2 Werte:

1. Der T-Wert:
Entspricht der Abweichung der Messung vom Mittelwert eines Vergleichskollektivs (in Standardabweichungen) von jungen gleichgeschlechtlichen Personen von 30 Lebensjahren (sog. “peak-bone-mass”)

nach WHO-Kriterien gilt:
T größer als -1 = normal
T zwischen -1 bis -2,5 = Osteoporose
T unter -2,5 = schwere Osteoporose mit Frakturrisiko

Diese Definition hat eine gewisse Limitation, da damit mehr als die Hälfte der über 70jährigen osteoporotisch und damit scheinbar krank wären.
Der T-Wert definiert daher einen Ist-Zustand, also eine Momentanaufnahme des Knochens mit Aussage über seine Festigkeit und Belastbarkeit.
Dies hat unter anderem dann Bedeutung, wenn ältere Menschen nach der sportlichen Belastbarkeit ihres Körpers fragen oder z.B. der Zahnarzt Implantate in den vermeintlich knochengesunden Kiefer einsetzen will.

2. Der Z-Wert:
Entspricht der Abweichung der Messung vom Mittelwert eines alters- und geschlechtsangepaßten Referenzkollektivs (in Standardabweichungen).

Dieser Wert ist also mehr eine Trendaussage und ausschlaggebend für die Therapie.

Risikofaktoren für die Ausbildung einer Osteoporose:

  • Familiäre Vorbelastung (Osteoporose bei der Mutter oder älteren Schwester)
  • Häufige Stürze und Knochenbrüche
  • Rauchen
  • Malabsorptionskrankheiten (Kalzium oder Vitamin D können nur ungenügend aufgenommen bzw. gebildet werden)
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Bewegungsarmut
  • Schlechter Allgemeinzustand (z.B. schwere Krebserkrankung etc.)

 

Wir verwenden in unserer Praxis die Methode der Quantitativen Computertomografie, die anerkanntermaßen die genaueste Dichtebestimmung des Knochens darstellt.

Untersuchungsdurchführung:

In Rückenlage des Patienten werden nach einem Einstellungstopogramm drei definierte 8mm dicke Schichten durch 3 Lendenwirbel gelegt, vorzugsweise durch den 1., 2. und 3. Lendenwirbel.

Die Meßdaten werden an eine Arbeitsstation übermittelt, in der die Dichten gegen ein Dichtephantom bzw. Fett und Muskelmasse abgeglichen und zugeordnet werden.

Der Computer errechnet den Mittelwert der Meßdaten aus allen drei Wirbelkörpern und ordnet diesen einer Normwerkurve zu.

Gleichzeitig werden T-Wert und Z-Wert ausgegeben.

Wann sollte man eine Knochendichtemessung durchführen?

  1. Bei den o.g. Risikofaktoren;
  2. Bei Wiederaufnahme sportlicher Betätigung oder Belastung jenseits des 50. Lebensjahres
  3. Bei Frauen nach Einsetzen des Menopause (Wechseljahre)
  4. Vor geplanten Zahnimplantaten jenseits des 50. Lebensjahres
  5. Bei unklaren Knochenbrüchen bzw. nach Brüchen ohne adäquaten Unfall
  6. Verlaufsbeurteilung einer manifesten Osteoporose (insbesondere unter Therapie)
  7. Nach Drogenabhängigkeit