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Periradikuläre Therapie
Was wir von Ihnen wissen müssen
Was ist periradikuläre Therapie?
Bei der periradikulären Therapie wird eine dünne Injektionsnadel unter computertomografischer Kontrolle nahe an eine Nervenwurzel im Bereich der Wirbelsäule geführt (Radix = Wurzel). Dort kann man gezielt und sehr genau lokal Medikamente einbringen, um chronische Schmerzzustände zu lindern.
Wann wendet man die periradikuläre Therapie an?
Hauptanwendungsgebiet sind degenerative Wirbelsäulenerkrankungen und Bandscheibenvorfälle der Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule, durch die Nervenwurzeln, welche die Körperperipherie versorgen, gereizt werden. Nach Injektionsserien von 2 bis 5 Sitzungen, meist im Wochenabstand, erreicht man eine dauerhafte Schmerzfreiheit ohne Operation. Unter den Begriff “PRT” fallen auch die sogenannten Facettenblockaden, bei d enen erkrankte Zwischenwirbelgelenke infiltriert werden. Insgesamt stellt diese Therapieform eine sichere und effektive Methode zur Behandlung chronischer Rückenschmerzen und von sogenannten radikulären Symptomen dar (Schmerzausstrahlung in Hüfte oder Bein bzw. Arm und Ellenbogen, Mißempfundungen, Kälteempfinden im Bein, Arm, Kribbeln in Fuß oder Hand, Schwächegefühl etc.).
Die Therapie ist durch die örtliche Betäubung nahezu schmerzfrei. Wir behandeln seit Jahren erfolgreich viele Patienten mit dieser Methode, 80 bis 90% aller Patienten erreichen eine dauerhafte Schmerzfreiheit, die mitunter über Jahre anhält.
Was wird injiziert?
Zur Behandlung der gereizten Nervenwurzel wird in der Regel ein örtliches Betäubungsmittel und ein Cortisonpräparat verabreicht (meist Dexamethason in kristalliner Suspension). Die lokale Wirksamkeit erfordert nur geringe Dosen, die Mittel wirken am Ort des Geschehens und werden nur langsam abgebaut. Einige Anwender nutzen bei der Therapie der Zwischenwirbelgelenke auch Hyaluronsäure und/oder Glucosamin. Diesen Präparaten wird ein positiver Effekt auf die Knorpelneubildung nachgesagt. Allerdings sind diese Medikamente teuer und werden von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht erstattet.
Warum mit der CT?
Die Computertomografie garantiert eine millimeter- und zeilgenaue Planung und Steuerung der Injektion. Nach einer kurzen Einstellungsmessung wird der Pfad elektronisch simuliert und dann die Nadel mit Hilfe des Ziellasers durch den Arzt vorgeschoben. Dabei wird kontrolliert, daß keine Nerven oder größeren Blutgefäße verletzt werden. Dies hat entscheidende Vorteile gegenüber den “blind” ohne bildgebende Kontrolle durchgeführten Injektionen.
Risiken und Nebenwirkungen:
Nach der Injektion kann es kurzzeitig zu Taubheitsgefühlen oder Schwächen im betroffenen Gebiet (Arm oder Bein) kommen. Dies ist ein Effekt des örtlichen Betäubungsmittels, der rasch wieder verschwindet. Trotzdem sollte man danach nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.
Verletzungen von Nerven, der Rückenmarkshaut oder großen Gefäßen sind in der Hand des geübten Therapeuten nahezu ausgeschlossen, sollten jedoch als mögliche Komplikation erwähnt werden, insbesondere dann, wenn die anatomischen Verhältnisse die Punktion erschweren. Kleine Blutungen aus Haut- oder Unterhautgefäßen können mitunter ein etwas größeres Hämatom verursachen (blauer Fleck).
Infektionen sind meist Folge unsauberen Arbeitens, können aber auch bei gestörter Immunabwehr eine Rolle spielen. Wir versuchen das Infektionsrisisko durch sorgfältige Desinfektion, steriles Arbeiten und Verwenden von Einmalmaterialien so gering wie möglich zu halten.
Nebenwirkungen der Medikamente:
Örtliche Betäubungsmittel können bei allergisch prädisponierten Menschen Allergien auslösen, diese sind glücklicherweise extrem selten und können von uns sofort behandelt werden.
Dauerhafte Nebenwirkungen durch das Kortisonpräparat (wie z.B. die gefürchtete kortisoninduzierte Osteoporose) sind bei den niedrigen Dosierungen nicht zu erwarten. In seltenen Fällen kann es jedoch zu dosisunabhängigen Nebenwirkungen kommen, wie Wadenkrämpfe, Blutdruckanstieg, Flush (plötzliche Gesichtsröte), Akne oder Zyklusstörungen bei Frauen. Patienten mit vorbestehenden Magenerkrankungen berichten mitunter über ein Wiederauftreten der Magensymptome. Weitere in den Beipackzetteln angegebene Nebenwirkungen spielen praktisch keine Rolle.
Insgesamt sind Komplikationen dieser Therapieform extrem selten, in unserer langjährigen Praxis gab es bislang noch keine Zwischenfälle.
Der Patient kann trotz Schäden an der Bandscheibe schmerzfrei leben, arbeiten und Sport treiben. Eine risikobehaftete Operation bleibt ihm in der Regel erspart. Sogar nach Bandscheibenoperationen, die zu keiner dauerhaften Linderung der Beschwerden geführt haben, kann die PRT effektiv helfen und den gereizten Nerven zur Ruhe bringen.
Presseberichte aus der jüngeren Zeit über angebliche Todesfälle oder hohe Komplikationsraten dieser Therapie sind unsachlich und verzerrt, lesen Sie mehr unter folgendem Link.
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